Skitouren Bedretto 26.01.19

Skitouren Bedretto 26.01.19

2 Tage Skitouren im Bedrettotal. Am Donnerstag-Abend sind wir mit dem Camper angereist und haben zuhinterst im Bedretto übernachtet. Am Morgen, dank Minus 18 Grad, ist unser Wassersystem trotz Heizung eingefrohren. So machen wir uns halt ohne Morgentoilette auf, Richtung Marchhorn. Die wirklich brutale Kälte lässt uns aber nach 2 Stunden Aufstieg abbrechen.
Wir halten uns warm mit einer fetzigen heissen Powder-Abfahrt. In Biasca unten wärmen wir uns mit einem feinen Capppucino wieder auf. Es dauert noch über eine Stunde bis unsere Wasserleitungen wieder fliessen.
Weils halt so ruhig und traumhaft schön war, übernachten wir nochmals in All'aqua. Nach einem feinen Znacht aus der Bordküche, sind wir um halb Acht wieder unter der Decke.
Heute Samstag gibts wieder einmal Morgentoilette. Dafür hat es riesig viel Tourengänger. Wir entscheiden uns ad hoc, die Menschenkaravane links liegen zu lassen.
Auf der rechten Talseit sind wir alleine. Der Sturm ist aber auch hier gnadenlos. Böen sind trotz Temperaturanstieg sehr unangenhm. Auf 2200m Höhe suchen wir Schutz bei einer Alphütte und machen Teepause. Wir möchten auf die Sidelenlücke 2700 m. Während wir im Unterstand sind, steigt eine Dreiergruppe junger Männer an uns vorbei. Die Lawinenlage ist für uns absolut kein Thema.
Das Bulletin steht auf mässig. Der Schnee ist hart gepresst, wir brauchen sogar Harsteisen. Also absolut keinerlei Lawinenanzeichen. Kurz bevor wir die pausierende Dreiergruppe überholen sehe ich Türme von Schneemassen, ein Meer von Schneeschollen, auf uns zutreiben. Ein riesiges Schneebrett. Wir flüchten nach links aus der Gefahrenzone. Die drei Bergsteiger werden jedoch von den Schneemassen erfasst und 4 Meter mitgerissen. Wir sprinten so schnell wir möglich zu den Verunfallten. Schon eindrücklich, dass die Skifahrer sich keinen Milimeter mehr bewegen können. Eingemauert bis zur Brust, einen Arm unbeweglich in die Luft gestreckt. Irgendwie eine sehr beängstigende Szene. Wie überraschend und schnell so ein Unfall passiert. Ohne grosses Brimborium hat sich die Rettung selber organisiert. Die 3 abfahrenden Italiener (Fernauslöser der Lawine) sind auch sehr erfahren und so ist die Rettung professionell im Gange. Die drei Männer sind schnell vom Schnee befreit. Bis wir die Skier gefunden haben dauert es allerding ein bisschen länger.
Aus Personenschutz möchte ich nicht mehr zu diesem Unfall schreiben, würde aber sehr gerne darüber Auskunft geben. Wir alle haben extrem viel gelernt und wieder den nötigen Respekt vor dem weissen Element.
Ein unglaublich schöner Sport aber halt schon sehr anspruchsvoll.

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